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Moin
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Moin ist ein in Norddeutschland verbreiteter GruĂ,cite-ref-1[1] der aber ebenso im SĂŒden DĂ€nemarks (Nordschleswig/SĂŒderjĂŒtland; dort ĂŒblicherweise mojn geschrieben),cite-ref-2[2]cite-ref-3[3] im moselfrĂ€nkischen Dialektraum in Rheinland-Pfalz und Luxemburg (meist in der Form Moien),cite-ref-4[4] immer hĂ€ufiger in Ostwestfalen,cite-ref-5[5] sporadisch bzw. veraltend in der Schweiz,cite-ref-6[6]cite-ref-7[7] in den nordöstlichen Niederlanden (in Gebieten, in denen auch Niederdeutsch gesprochen wird u. a. als moi, moin, amoin, mojen) und im Norden Polens unter den Kaschuben (geschrieben mĂČjn) vorkommt.cite-ref-8[8]cite-ref-mojn-pomorsko-24-czerwca-9-0[9] Als Variante ist moins, moinz in den RĂ€umen Bern und Chur hinzuzurechnen.cite-ref-10[10] Dieser GruĂ kann zu jeder Tages- und Nachtzeit verwendet werden.cite-ref-11[11]
Abweichende Schreibweisen sind neben der auch von Kurt Tucholsky verwendeten Mojn-Formcite-ref-12[12]cite-ref-13[13] zudem Meun (in den Werken Gorch Focks und im Plattdeutschen bei Georg Droste),cite-ref-14[14] Moiân (B. Sonntag, 1889), (gun) Moign bei Otto Mensing,cite-ref-15[15] Otto Ernstcite-ref-16[16] Ludwig Frahm, der Moign auch als Abschiedsfloskel verwendetcite-ref-17[17] und spĂ€ter bei diversen anderen Schriftstellern.cite-ref-18[18]
Beiderseits der deutsch-dĂ€nischen Grenze wird moin (bzw. mojn) heute in allen ansĂ€ssigen Sprachen samt deren VarietĂ€ten und Dialekten verwendet.cite-ref-19[19] Mittlerweile hat der GruĂ vom Norden ausgehend auch in vielen anderen Teilen Deutschlands Verbreitung gefunden. Es gibt allerdings regional unterschiedliche Konventionen zur Verwendung, was etwa die Tageszeit, den formellen Aspekt oder die Verdopplung (âmoin moinâ) betrifft.cite-ref-20[20]
Contents
âą Herkunft
âą Verwendung
âą Moinsen
âą gun Moign
âą Morn, Moi
âą Norwegen
âą Schweden
âą DĂ€nemark
âą Finnland
âą Niederlande
âą Lettland
âą Estland
âą Polen
âą Sonstiges
âą Literatur
âą Weblinks
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Spuren im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert
Moin taucht 1924 im Hauskalender Ostfreesland auf. Dieser Hauskalender wird oft als erster schriftlicher Beleg fĂŒr den Moin-GruĂ gewertet. Schriftliche Spuren reichen aber weiter zurĂŒck, in Ostfriesland jedenfalls bis 1912.cite-ref-21[21]
In der Schreibweise Meun verwendete der Hamburg-gebĂŒrtige Schriftsteller Gorch Fock zu Beginn des 20. Jahrhunderts in mehreren seiner Werke (unter anderem in Hein Godenwind de Admirol vun Moskitonien 1911) das GruĂwortcite-ref-22[22] und ĂŒbersetzt den GruĂ mit Guten Morgen.cite-ref-23[23] Die Meun-Schreibweise verwendete auch der Bremer Georg Droste. Der Hamburger Otto Ernst und der Stormarner Ludwig Frahm bevorzugten in ihren Werken (Ernst unter anderem in Die gröĂte SĂŒnde 1895 und Die Kunstreise nach HĂŒmpeldorf 1905; Frahm in Minschen bi Hamborg rĂŒm 1919) die Schreibweise Moign. Arno Holz und Oskar Jerschke verwendeten Moin in ihrer tragischen Komödie Traumulus (1905)cite-ref-24[24] und ebenfalls in Gaudeamus! (1908).cite-ref-25[25] Holz und Jerschke lebten in dieser Zeit in Berlin, wohingegen Heinrich Bösking, der ebenfalls 1908 Moin in De LĂŒde vonân Diek benutzte, aus Bremen stammte.cite-ref-26[26] FĂŒr die Insel Helgoland ist 1909 neben den GruĂformeln guân Morjen und gud Morjen auch Moin belegt.cite-ref-27[27] In den Norden Schleswig-Holsteins soll der GruĂ um 1900 als KurzgruĂ Morgen durch Handwerker, HĂ€ndler und Wehrpflichtige aus Berlin importiert worden sein,cite-ref-region-s-nderjylland-schleswig-28-0[28] nach Karen Margrethe Pedersen durch Handwerker, HĂ€ndler und Dienstboten aus Berlin und brandenburgischen StĂ€dten.cite-ref-29[29]cite-ref-30[30] Im nordschleswigschen Hovslund (deutsch: Haberslund), ca. 3 km nordwestlich von Hovslund Stationsby und nördlich der Stadt RĂždekro (deutsch: Rothenkrug), sei der GruĂ 1908 oder 1909 mit ArbeitskrĂ€ften angekommen.cite-ref-31[31] In der Folge soll der GruĂ in Nordschleswig in den 1930er Jahren unter jungen Leuten derart beliebt gewesen sein, dass Kritiker ein Mojn-Verbot forderten, und noch in den 1960er Jahren hieĂ es im sĂŒddĂ€nischen Dialekt SĂžnderjysk: âMojn er forbojnâ (âMoin ist verbotenâ).cite-ref-region-s-nderjylland-schleswig-28-1[28]cite-ref-32[32]
In einigen StĂ€dten und Regionen der Schweiz (Basel, Bern, Biel, BĂŒndner Rheintal, Frauenfeld, Freiamt, ZĂŒrich) ist der GruĂ Moin laut Anna Zollinger-Escher im spĂ€ten 19. und frĂŒhen 20. Jahrhundert vor allem unter Arbeitern, SchĂŒlern und Studenten belegt; in ZĂŒrich taucht er etwa 1875 auf.cite-ref-33[33] Diese GruĂformel verschwand in der Schweiz aber an den meisten Orten wieder; Ausnahmen sind das Moin in der Region Interlaken (Bödeli)cite-ref-34[34] und das Moi(n) in GraubĂŒnden. Der Berliner Germanist Richard Löwe beschreibt 1891 moin als âvulgĂ€rdeutschâ und als âgewöhnlichste Form fĂŒr guten Morgenâ.cite-ref-35[35] Dieses klingt nicht nach einem rĂ€umlich eng begrenzten Bekanntheitsgrad des Moin-GruĂes zu jener Zeit; der GruĂ Moin findet dementsprechend auch in den 1880er und 1890er Jahren in etlichen Publikationen ErwĂ€hnung, wie beim Schweizer Ernst Tappolet 1895cite-ref-36[36] (mit These einer VerkĂŒrzung von guten Morgen ĂŒber gut-morn und gt-moin), bei Georg von der Gabelentz 1891cite-ref-37[37] oder auch bei Hugo Ernst Mario Schuchardt 1885 (ebenfalls mit These einer VerkĂŒrzung von Guten Morgen nach GâMoin und GâMo).cite-ref-38[38]
1886 und 1887 griffen dĂ€nischsprachige Werke bereits Schuchardts VerkĂŒrzungsthese auf.cite-ref-39[39] 1889 schrieb B. Sonntag in der Gartenlaube: âStudenten und jĂŒngere Offiziere haben das Vorrecht, den abgekĂŒrzten GruĂ âguten Morgenâ noch zu verkĂŒrzen und zu allen Tages- und Nachtzeiten einander ihr âMoiân! Moiân!â zuzurufen.âcite-ref-40[40]cite-ref-41[41] FĂŒr das an Ostfriesland angrenzende Ammerland (wo Oldenburger Platt, nicht Ostfriesisches Platt gesprochen wird) liegt ein Beleg aus dem Jahre 1888 vor, in dem Moin als VerkĂŒrzung des Guten Morgen-GruĂes dargestellt wird.cite-ref-42[42] Noch frĂŒher, nĂ€mlich 1828, sind Moin und Moin! â Moin! im Berliner Conversations-Blatt fĂŒr Poesie, Literatur und Kritik (als GruĂ unter Offizieren) zu finden.cite-ref-43[43] Auch in diesem Text wird Moin! mit Morgen! erklĂ€rt.
Nach diesem Stand existieren erste Belege fĂŒr das Auftreten in Ostfriesland 1924, fĂŒr das in Hovslund (Haberslund) und fĂŒr das auf Helgoland 1909, wohl fĂŒr das in Bremen 1908 (Heinrich Bösking), fĂŒr das in Hamburg 1895 (Otto Ernst: Die gröĂte SĂŒnde), fĂŒr das im Ammerland 1888, fĂŒr das in ZĂŒrich um 1875 und fĂŒr das Auftreten in Berlin bereits 1828.
AuĂerhalb des geschlossenen deutschsprachigen Raumes sind Mojân! wie auch Mojân! Mojân! schon 1904 fĂŒr die lettische Hauptstadt Riga als GruĂ und AbschiedsgruĂ der damaligen deutschbaltischen Bevölkerung der Stadt belegt;cite-ref-eckardt-44-0[44] aus Dorpat (Estland) wurde 1930 Moin als GanztagesgruĂ gemeldet.cite-ref-45[45]
Herkunft
Die Existenz des GruĂwortes Moin ist seit knapp 200 Jahren nachweisbar. Ein Auftreten des GruĂes ist in der Vergangenheit nicht nur auf den norddeutschen Raum beschrĂ€nkt gewesen, sondern trat unter anderem auch in der Schweiz und in Berlin auf. Unter Hinzurechnung von Ă€hnlichen GruĂformeln wie unter anderen Morn, Moi, Mui, deren Verwandtschaft mit Moin vermutet wird, aber nicht eindeutig belegt ist, kĂ€men Gebiete in europĂ€ischen LĂ€ndern hinzu. Das GruĂwort hat seit den 1970er Jahren seine (Wieder-)Ausbreitung in Norddeutschland begonnen â in einer Zeit, in der Belege auch fĂŒr Luxemburg, Westfalen,cite-ref-46[46] der Schweiz und dem Berliner Umland vorliegen. Inzwischen ist der GruĂ nicht nur im Norden bekannt,cite-ref-47[47] sondern bis in den SĂŒden Deutschlands verbreitet.cite-ref-48[48]
Die Etymologie bleibt demgegenĂŒber trotz vieler AbstammungserklĂ€rungsversuche letztlich im Dunkeln. Neben Friesisch und Plattdeutsch kommen auch andere Sprachen (z. B. NiederlĂ€ndisch), Mundarten (z. B. das Berlinerische) oder Soziolekte (z. B. die von Studenten, Soldaten, Seeleuten) als Wurzel in Betracht.
Um 1900 gab es sechs voneinander getrennte Gebiete, in denen das GruĂwort bekannt war: der Landesteil Schleswig in Schleswig-Holstein einschlieĂlich des heutigen dĂ€nischen Teils, der Hamburger Raum, die relativ isoliert gelegene Insel Helgoland, das Gebiet zwischen Dollart und Weser (Ostfriesland, Ammerland, Bremen und andere), der Berliner Raum und die deutschsprachige Schweiz. EinschlieĂlich Rigas waren es deren sogar sieben. Ein Vorkommen in weiteren Gebieten zu dieser Zeit ist anzunehmen. Voneinander unabhĂ€ngige Entstehungen sind nicht völlig auszuschlieĂen.
âą Eine plattdeutsche Herkunft, wonach es von moi âangenehm, gut, schönâcite-ref-49[49]cite-ref-50[50]cite-ref-51[51] kĂ€me, wird vielfach angenommen, so auch vom NiedersĂ€chsischen Wörterbuch. Dieser Etymologie hat sich inzwischen, neben anderen, die Duden-Redaktioncite-ref-52[52] angeschlossen; nach dem Duden sind die Wurzeln im ostfriesischen mĆi und im mittelniederdeutschen mĆi(e) zu finden.cite-ref-53[53]
âą FĂŒr eine Herkunft aus dem Niederdeutschen und Friesischen dĂŒrfte sprechen, dass Moin (und Moin Moin) als GruĂformel bis in die 1970er Jahre fast nur im Norden Deutschlands verwendet wurde und hier vor allem in Ostfriesland, im Emsland, in Hamburg sowie im Oldenburger Land und in der nordfriesischen Region Schleswig-Holsteins sowie im Raum Flensburg eine Dominanz besaĂ; es mangelt allerdings am Nachweis eines Entstehens (unabhĂ€ngig von möglichen parallelen Entwicklungen) in diesen Regionen. In den anderen Regionen Schleswig-Holsteins hingegen stand Moin teilweise zur ĂŒblichen informellen GruĂformel âTach!â in Konkurrenz, teilweise wurde das Wort ĂŒberhaupt nicht gebraucht (im Osten des Landesteils Holstein). Im Jahr 1977 ergab eine Untersuchung, dass am Nachmittag beim Betreten eines GeschĂ€ftes Moin auf der Insel Borkum sowie in den StĂ€dten Tönning, Husum, Flensburg, Schleswig, Eckernförde, Emden, Aurich, Leer, Cloppenburg und Delmenhorst ĂŒblich war,cite-ref-54[54] womit im Jahr 1977 fĂŒr zwei Ausbreitungsgebiete der Gebrauch nicht nur morgens zu konstatieren war: zum einen im nördlichen Landesteil Schleswig Schleswig-Holsteins, zum anderen in Ostfriesland und angrenzenden Gebieten. In Luxemburg wurden zu dieser Zeit allerdings Moin und MoiĂ«n auch schon ganztags als GruĂ benutzt.cite-ref-55[55] Die Ă€lteren Ostfriesen selbst sind davon ĂŒberzeugt, dass âMoinâ die zusammengezogene Form des GruĂes âMoiân Dag!â = âSchönen/guten Tag!â sei, denn âMoiâ ist ein oft gebrauchtes Wort im ostfriesischen Platt fĂŒr âschönâ oder âgutâ. Auch ist âDat is moiâ eine oft verwendete Redewendung im ostfriesischen Platt und wird mit derselben Bedeutung auch in den Niederlanden (âmooiâ) gebraucht, mit deren Sprache, zum Beispiel im Groninger Land, das ostfriesische Platt sehr eng verbunden ist. Auch das NiedersĂ€chsische Wörterbuch erklĂ€rt moin als elliptisch fĂŒr mĆien Dag.cite-ref-56[56]
âą Gegen die Herleitung von Moin aus dem ostfriesisch-niederdeutschen mĆj könnte allerdings die Tatsache sprechen, dass Moin das einzige Wort dieser Sprache ist, das den kurzen oi-Diphthong aufweist, der aufgrund phonologischer GesetzmĂ€Ăigkeiten nicht aus -Ćj- hergeleitet werden kann. Dieses Problem kann allerdings seine ErklĂ€rung darin finden, dass Moin als elliptische Partikel anderen BetonungsverhĂ€ltnissen im Satz unterliegt denn als gewöhnliches Adjektiv.cite-ref-57[57] Zu bedenken ist auch, dass das Verbreitungsgebiet von mooi fĂŒr âschön, angenehmâ im Niederdeutschen auf dessen nordwestlichen Rand begrenzt ist und in den anderen Gebieten Norddeutschlands unbekannt war,cite-ref-58[58] womit einer nicht gesetzmĂ€Ăigen VerkĂŒrzung des Diphthongs auĂerhalb desjenigen Raums, wo mooi autochthon ist, kaum etwas entgegenstand.
âą Gegen die Herleitung aus dem Niederdeutschen Ostfrieslands könnte auch sprechen, dass dieser etymologische Ansatz dem mutmaĂlichen Entstehungsgebiet angepasst zu sein scheint und dem Hauskalender Ostfreesland von 1924 dabei vielfach (auch von Sprachwissenschaftlern) die Rolle eines ersten Beleges zugeschrieben wurde. Dieser Deutungsansatz ist gegenĂŒber den Ă€lteren aus dem 19. und frĂŒhen 20. Jahrhundert ein recht junger aus den frĂŒhen 1980er Jahren;cite-ref-59[59] einer der Belege fĂŒr Moin ist immerhin schon knapp 100 Jahre Ă€lter als dieser Hauskalender, stammt aus Berlin und erklĂ€rt den GruĂ als MorgengruĂ (s. o.). Eher geeignet als der Hauskalender von 1924 wĂ€re der Beleg aus dem Ammerland von 1888 (s. o.), eine Entstehung im Nordwesten des heutigen Bundeslandes Niedersachsen nahezulegen.
âą Die Verdoppelung zu Moin Moin (in Luxemburg: Moimoin) sei möglicherweise direkt aus dem friesischen moi moren entstanden, wird ebenfalls argumentiert. Der letzte Teil morn (Morgen)cite-ref-morn-60-0[60]cite-ref-61[61] bekĂ€me in dieser Verwendung dann also die Bedeutung âTagâ, oder, wie der Norddeutsche gerne zu grĂŒĂen pflegt, Tach. Auffindbar ist die Verdoppelung hingegen bereits 1828 im Berliner Conversations-Blatt fĂŒr Poesie, Literatur und Kritik (s. o.). Vielfach wird argumentiert, dass das Wort nicht von Morgen oder Guten Morgen abstamme. Es wird aber von Nicht-Friesen meist als Bildung aus Guten Morgen (â Morgen â Morjen â Mojen â Mojn â Moin) empfunden.
âą Andere wiederum bevorzugen eine direkte Herkunft aus Guten Morgen (bzw. Morjen).cite-ref-62[62]
âą KĂŒppers Wörterbuch der deutschen Umgangssprachecite-ref-63[63] diagnostiziert Soldatensprache um 1900, es sei aus âMorgenâ zusammengezogen und bedeute einen âBegrĂŒĂungsruf am Morgenâ. TatsĂ€chlich existieren mehrere Indizien fĂŒr eine Herkunft aus dem Soldatenmilieu. Der angegebene Zeitpunkt ist aber widerlegbar; der erste Beleg stammt bereits aus dem Jahre 1828 (s. o.).
âą Auch in den frĂŒhen Belegen aus dem 19. Jahrhundert (unter anderem B. Sonntag, Br. v. Braunthal, Hugo Schuchardt, Ernst Tappolet; s. o.) wird der GruĂ Moin! mit (Guten) Morgen! erklĂ€rt oder aus Guten Morgen abgeleitet. Anna Zollinger-Escher (s. o.) wertet das Auftreten in der Schweiz als Nachahmung des berlinerischen â(guten) Morgenâ; Paul Geiger und Richard Weiss schreiben 1951 ebenfalls zum Auftreten in StĂ€dten der Ostschweiz, moin! sei eine Anleihe aus dem Berliner Grosstadtjargon.cite-ref-64[64]cite-ref-65[65] Gleiches wird auch fĂŒr den nördlichen Teil Schleswig-Holsteins behauptet (s. o.). AuĂer den (angeblich) aus dem Berliner Raum stammenden MorgengruĂformeln als Ursprung des Moins ist auch an die regionalen niederdeutschen zu denken (unter anderem Morgen, Morn, Mornk). Das im Schleswig-Holsteinischen Wörterbuch genannte, wohl auch im sĂŒdlichen Teil des deutschen Sprachraumes vorkommendecite-ref-66[66] und auch von Otto Ernst und Ludwig Frahm verwendete (gun) Moign könnte fĂŒr diese Theorie als Zwischenstufe und damit als Beleg gewertet werden. Quellen zu Moin tauchen aber aus Zeiten vor Erscheinen des Bandes auf. Wieder andere versuchen, die geographische Herkunft aus Ostfriesland mit der etymologischen Herleitung aus Morgen zu verbinden, indem sie von einer Ăbernahme und eigenwilligen Umformung eines Morjen (âGuten Morgenâ) preuĂischer Verwaltungsbeamter in ausgehen. Auch fĂŒr den mehrsprachigen Landesteil Schleswig in Schleswig-Holstein wird ein direkter Import des kurzen GruĂes Morgen aus dem Berliner Raum um 1900 (wo allerdings, s. o., es auch ein Moin gab) mit anschlieĂender dialektaler Anpassung behauptet.cite-ref-67[67] Alles in allem ist auch fĂŒr eine Herleitung von Morgen die Datenlage insgesamt zu gering.
âą Ungesichert ist die Etymologie des bĂŒndnerischen GruĂes Moi und Moi-zĂ€me (zĂ€me fĂŒr âzusammenâ, in schweizerdeutschen Mundarten ĂŒbliche Pluralbildung bei GruĂformeln). Eine eigenstĂ€ndige isolierte GruĂformbildung ist kaum anzunehmen, das Wort fehlt im Schweizerischen Idiotikon. Vielmehr ist mit einem Ăberbleibsel aus dem 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts zu rechnen (vgl. dazu Anna Zollinger-Escher oben). Im Berner Raum existierten anscheinend bis in die 1950er oder 1960er Jahre hinein noch die GruĂformeln Moin(s) und Moin(s) zĂ€me,cite-ref-68[68] wohl auch in StĂ€dten der Ostschweiz (Paul Geiger/Richard Weiss, s. o.); in der Region Interlaken (insbesondere im Bödeli) haben Moin, Moin zĂ€me und auch Moin Moin sogar durchgĂ€ngig bis heute Bestand.cite-ref-69[69] Aus dieser Region kommt auch eine weitere Herkunftsdeutung hinzu: Moin sei aus dem englischen (good) morning entlehnt worden.cite-ref-70[70] In der Schweiz existieren auch die GruĂformeln Hoi und Hoi zĂ€me, zu denen allerdings kein etymologischer Zusammenhang besteht, da Hoi nachweislich auf einen Treiberruf zurĂŒckgeht (siehe den Artikel Hoi (Interjektion)) und im Ăbrigen Hoi und Moi(n) in der Schweiz nicht in den gleichen Gebieten ĂŒblich sind.
âą Unklar ist auch die Herkunft von Moin (MoiĂ«n, Moien) in Luxemburg; das Luxemburger Wörterbuch (s. o.) weist einerseits auf eine (nicht mehr an eine Tageszeit gebundene) Entstehung aus Muergen (âMorgenâ) hin und andererseits darauf, dass Moin und MoiĂ«n veraltet Synonyme fĂŒr Prosit waren. FĂŒr den Luxemburger Sprachwissenschaftler Sam Mersch ist Moi(e)n ein âererbtes Wort aus dem mittelalterlichen MoselfrĂ€nkischenâ in der Bedeutung Morgen und als GruĂ auch Resultat einer sprachlichen Vereinfachung.cite-ref-71[71] Im Kinderspiel Giisch(t) (auch: Giischmei) ist Moin im SĂŒdwesten Luxemburgs zudem eine Antwort.cite-ref-72[72] In Luxemburg wird der GruĂ sowohl im Deutschen wie im Luxemburgischen (neben Bonjour) verwendet; der explizite MorgengruĂ heiĂt Gudden moiĂ«n.cite-ref-73[73]
âą Gewisse Indizien könnten nach Berlin als Ausgangspunkt des Moin-GruĂes fĂŒhren. FĂŒr Berlin ist eine Existenz bereits 1828 belegt (s. o.). Die Etymologie des GruĂes bliebe dann aber weiterhin ungeklĂ€rt: Ursprung im Berlinerischen (Mo(r)jen), Wort eines Soziolekts (nach dem Text von 1828 ist es ein GruĂ unter Offizieren), Import aus dem Berliner Umland (in einem Wörterbuch des seit 1986 ausgestorbenen Telschet Platt von 1956cite-ref-74[74] ist das Wort aufgefĂŒhrt)?
âą Mehrfach wird auch ein Soziolekt indiziert, wobei vor allem mehrere Hinweise auf Soldaten (Offiziere; s. o. schon zu KĂŒppers Wörterbuch), Studenten und Kinder (SchĂŒler) existieren.
Verwendung
Moin wird innerhalb des deutschen Sprachraumes insgesamt verwendet:
âą als GruĂwort am Morgen (inzwischen ĂŒberregional)
âą als GruĂwort den ganzen Tag ĂŒber (regional, vor allem in Teilen Norddeutschlands, in Luxemburg und in Teilen der Schweiz)
âą als AbschiedsgruĂ (regional, in Teilen Norddeutschlands, in Teilen der Niederlande und in SĂŒd-DĂ€nemark)
âą als GruĂerwiderungcite-ref-75[75]
âą als Trinkspruch (regional, zumindest im Landesteil Schleswig des Landes Schleswig-Holsteins; veraltet in Luxemburg)
âą als Standardantwort des Kinderspiels Giisch(t) (Giischmei) (im SĂŒdwesten Luxemburgs)
âą in der Verbindung Moin dokter im Gronings, einem Dialekt der niederdeutschen Sprache in den Niederlanden, als Ausruf der Verwunderung oder des Erschreckens
Im Gegensatz zum niederdeutschen goden Morgen wird Moin in vielen Regionen Norddeutschlands traditionell den ganzen Tag ĂŒber verwendet, in anderen, in denen der GruĂ erst in jĂŒngerer Zeit ĂŒblich oder wieder ĂŒblich wurde, hingegen meist nur am (frĂŒhen) Morgen. Ăhnlich wie das Moin in Norddeutschland werden das luxemburgische Moin und MoiĂ«n nicht nur als âguter Morgenâ-GruĂ gebraucht, sondern im ganzen Tagesverlauf verwendet.
Abwandlungen des GruĂes
Abgesehen von abweichenden Schreibweisen existieren auch Abwandlungen des Moin-GruĂes:
Moin Moin, Moinmoin
Der DoppelgruĂ Moin Moin (auch Moinmoin) ist bereits 1828 in Berlin belegt (s. o.). Heute wird der DoppelgruĂ vor allem in Norddeutschland, aber auch in angrenzenden Regionen wie in Nordschleswig (teilweise in anderen Schreibweisen) und in Ostwestfalen (hauptsĂ€chlich unter Jugendlichen) als GruĂ benutzt. In Norddeutschland und Nordschleswig wird in einigen Gegenden âMoinâ und âMoin, Moinâ analog dazu auch zur Verabschiedung und teilweise als Trinkspruch benutzt. Vielfach wird Moin Moin als GruĂerwiderung auf den GruĂ Moin angewendet. Im westlichen Teil Nordschleswigs (DĂ€nemark) wird der DoppelgruĂ (unter anderem Mojn Mojn) fast ausschlieĂlich als AbschiedsgruĂ verwendet.
Moinsen
Inzwischen wird umgangssprachlich, vor allem unter Jugendlichen in Norddeutschland, auch Moinsen verwendet. Die Herkunft ist unklar. Vermuten lĂ€sst sich hierbei ein ironischer Hinweis auf die zahlreichen, mit â-senâ endenden Namen in Norddeutschland, wie Petersen, Hansen, Jensen usw. oder eine AnknĂŒpfung an typische â-senâ-Erweiterungen von Wörtern in der niederdeutschen Sprache.cite-ref-76[76]
Moinsen findet im gleichen Zusammenhang wie Moin Anwendung, teilweise aber auch speziell wenn:
âą mehrere Leute auf einmal angesprochen werden (Moinsen als Kurzform fĂŒr âMoin zusammenâ)
âą das Moin besonders betont werden soll (âich grĂŒĂe Dich besonders herzlichâ)
âą auf ein Moin geantwortet wird (âMoin zurĂŒckâ).
Moin zÀme, Moins zÀme, Moi-zÀme, Moinz
gun Moign
Im Erhebungszeitraum zum Schleswig-Holsteinischen Wörterbuch ab 1902 wurde aus einem Teilgebiet Schleswig-Holsteins als GruĂ gun Moign gemeldet. Zu dieser Zeit existierte im Norden des Landes (Landesteil Schleswig einschlieĂlich des heutigen Nordschleswigs) auch bereits Moin/Mojn (s. o.) und ebenfalls auf Helgoland (s. o.), wo zugleich ein Guân Morjen und ein Gud Morjen anzutreffen war. Weitere gemeldete Formen bei Entstehung des Schleswig-Holsteinischen Wörterbuchs waren unter anderen Morgen, Morn, Mornk, Mornt und nach einer anderen Quelle grĂŒĂte man sich 1898 morgens auf Sylt mit gur mĂȘern! â die GruĂerwiderung lautete mĂȘern gur!cite-ref-78[78]cite-ref-79[79] Ein Hinweis auf die GruĂformel A guun Moign existiert aus der Oberpfalz (s. o.).
Morn, Moi
Nicht gesichert ist, ob GruĂformeln wie Morn und Moi (Moj, Mui) als Varianten des Moin-GruĂes interpretiert werden können. Morn ist als regionaler expliziter MorgengruĂ des Niederdeutschen bekannt und ist auĂerdem auĂerhalb des deutschen Sprachraumes in Norwegen (als GanztagesgruĂ), Schweden (als MorgengruĂ) und DĂ€nemark (in der Aussprache des God morgen sowie in schriftlichen VerkĂŒrzungen des MorgengruĂes) anzutreffen. Moi findet man im BĂŒndnerdeutsch und auĂerhalb des deutschen Sprachraumes in den Niederlanden und Finnland (siehe folgenden Abschnitt). Mui im Ă€uĂersten Nordwesten Deutschlands, im Rheiderland, als GruĂformel ĂŒberwiegend unter MĂ€nnern benutzt.
AuĂerhalb des deutschen Sprachraumes
AuĂerhalb des deutschen Sprachraumes trifft oder traf man in den Niederlanden, in Finnland, Lettland, Polen, Norwegen, Schweden und DĂ€nemark auf Ă€hnliche oder gleiche GruĂformeln.
Norwegen
Sprachgeschichtlich verwandt mit âMoinâ sei der norwegische GruĂ morn, der nach Ansicht vieler Skandinavisten aus dem Mittelniederdeutschen der Hanse stammt; eine VerkĂŒrzung des Wortes morgen zu morn ist jedoch auch in oberdeutschen Dialekten anzutreffen,cite-ref-morn-60-1[60] teilweise auch im Niederdeutschen (alternativ zu Moin am Vormittag)cite-ref-80[80] wie auch im Englischen (Morgen, DĂ€mmerung, Tagesanbruch usf.)cite-ref-81[81] und Alt- sowie Mittelenglischen (morn(e) âMorgenâ).cite-ref-82[82] Im Gegensatz zu god morn oder god morgen âguten Morgenâ, das in Norwegen nur am Vormittag angebracht ist, ist morn informeller und kann den ganzen Tag bis in die Nacht (z. B.: statt god aften âguten Abendâ) verwendet werden.
Schweden
Im Gegensatz zu Norwegen wird in Schweden morn regional als VerkĂŒrzung von morgon nur als MorgengruĂ verwandt.
DĂ€nemark
AuĂer dem Mojn (auch: Moin, MĂžjn, MĂ„jn) in Nordschleswig (siehe bereits oben) gibt es in DĂ€nemark gebietsweise diverse VerkĂŒrzungen des dĂ€nischen MorgengruĂes god morgen (ausgesprochen: go morn): goâ morgen, goâ morn, morgen, morn usf. Goâmorn ist beispielsweise auch der Titel eines kurzen Weckliedes des dĂ€nischen SĂ€ngers Kristoffer BĂžhrs.
In Nordschleswig ist der GruĂ Mojn seit 1908 oder 1909 bekannt (s. o.), war aber nach 1920 dort verpönt (s. o.). Richtig in Mode kam das Mojn in Nordschleswig erst wieder Mitte der 1970er Jahre, ausgelöst durch einen Slogan der Stadt SĂžnderborg (deutsch: Sonderburg) âMojn - vi ses i SĂžnderborgâcite-ref-83[83] und durch einen Schlager âMojnâ von Valdemar Rasmussen, der in TĂžnder (deutsch: Tondern) aufwuchs.cite-ref-84[84] ZusĂ€tzlich zu der Schreibweise Mojn in dieser Region gibt es auch im SĂŒdjĂŒtischen die Form MĂžjn, veraltet auch MĂ„jn, im Deutschen auch Moin.
Hinweise deuten darauf hin, dass der GruĂ Mojn sich im Land mittlerweile ausdehnt und auch Kopenhagen erreicht hat.cite-ref-85[85]cite-ref-86[86] Dort soll der GruĂ im Gegensatz zum Gebrauch im westlichen Teil Nordschleswigs, wo Mojn fast nur als Abschiedsfloskel dientcite-ref-87[87] (man begrĂŒĂt sich in Nordschleswig meistens mit hej oder daw/dav; im östlichen Teil öfters als im westlichen auch mit mojn/mĂžjn/moin), auch zur ganztĂ€gigen BegrĂŒĂung verwendet werden. Auch kommt als Abschiedsfloskel wie auch BegrĂŒĂung in Nordschleswig das doppelte Mojn Mojn vor.
Finnland
In Finnland finden moi (schwedischsprachige Schreibweise: moj) als BegrĂŒĂung bzw. moi moi (moj moj), als Verabschiedung Anwendung. Seltener werden auch die Varianten Mojn (Moin) und (zumindest regional im Ă
boland) Moin moin (bzw. Mojn mojn) verwendet. Weitere Formen sind moins, morjens, morjes, moro und moikka. Mikko Bentlin sieht fĂŒr diese finnischen GruĂwörter den Ursprung im Einfluss der niederdeutschen auf die finnische Sprache.cite-ref-88[88]cite-ref-89[89]
Niederlande
In den Niederlanden werden gleiche und Ă€hnliche GruĂformeln in den niederlĂ€ndischen Dialekten der niederdeutschen Sprache (Standard: moi â ein GanztagesgruĂ) als auch im hollĂ€ndischen Dialekt von West-Friesland (Provinz Nordholland) (mĂŽj) verwandt. In der eigentlichen (west)friesischen Sprache ist der Terminus jedoch völlig unbekannt und man benutzt hingegen das Wort âMorgenâ (moarn), sofern man nicht auch moarn â Ă€hnlich wie morn â in einem möglichen Kontext zu moin sieht.cite-ref-90[90] Neben moi sind regional unterschiedliche Varianten vor allem des Niederdeutschen bekannt, wie beispielsweise moj, moin, moie(n), mojje(s) und das modische amoi(n). Die genaue Anwendung (BegrĂŒĂung, Abschied etc.) unterscheidet sich dort ebenso regional; teilweise wird der GruĂ als BegrĂŒĂung sowohl als AbschiedsgruĂ verwendet (Provinz Groningen).cite-ref-91[91]cite-ref-92[92] In Gronings ist Moin dokter! auch ein Ausruf der Verwunderung oder des Erschreckens, vergleichbar dem Jesus Maria (und Josef)! in deutschsprachigen Regionen. Die Variante moin ist in den an Deutschland angrenzenden Regionen Drenthe, Twente und dem Achterhoek anzutreffen. Der in den Niederlanden weit verbreitete GruĂ hoi ist jĂŒnger als moi und hat vor allem im stĂ€dtischen Bereich das Wort moi verdrĂ€ngt.
Lettland
In Lettland wurde Mitte des 20. Jahrhunderts der GruĂ Moins unter mĂ€nnlichen Bekannten verwendet; die lettische Schriftstellerin Anna Brigadere benutzte 1933 in AkmeĆu SprostÄ die GruĂformel Mojn, mojn.cite-ref-93[93] FĂŒr die damalige deutschsprachige Bevölkerung Rigas sind sowohl Mojân! als auch der DoppelgruĂ Mojân! Mojân! bereits 1904 als BegrĂŒĂung und als AbschiedsgruĂ vor allem in Kaufmannskreisen, unter guten Bekannten und bei jungen Leuten belegt.cite-ref-eckardt-44-1[44] Rund 70.000 Einwohner der Stadt sprachen zu jener Zeit Deutsch.
Estland
Polen
Im Norden Polens verwendet die kaschubischsprachige Bevölkerung (rund 110.000 aktive Sprecher, rund 300.000 mit passiven Sprachkenntnissen) die GruĂformel mĂČjn.cite-ref-95[95]cite-ref-mojn-pomorsko-24-czerwca-9-1[9]
Sonstiges
Moin ist auch in der Deutschen Marine ĂŒblich und als halbformelle GruĂformel anerkannt, weil kameradschaftsfördernd. Auch bei FĂŒhrungskrĂ€ften aus Wirtschaft und Politik wird der GruĂ benutzt, der frĂŒhere schleswig-holsteinische MinisterprĂ€sident Björn Engholm hat Moin sogar als âdie genialste Wortschöpfung aller Zeitenâ bezeichnet.cite-ref-96[96] Auch die ehemalige MinisterprĂ€sidentin Heide Simonis verwendete den GruĂ auffallend oft. Der damalige niedersĂ€chsische MinisterprĂ€sident Christian Wulff erstreckte den Kampf ums Moin auch darauf, dass die RechtschreibprĂŒfung von Microsoft Office Moin endlich aufnĂ€hme.cite-ref-97[97]
GemÀà der Zeitung Die Welt von 2004 finden sich âdie plattdeutschen GruĂformeln Moin und Moin, Moin ⊠nach einer mehrjĂ€hrigen Aufnahmeprozedur erstmalsâ in der 23. Auflage des Rechtschreibdudens.cite-ref-98[98] Der seit der Rechtschreibreform nicht mehr verbindliche Duden Band 1 â Die deutsche Rechtschreibung in der 24. Auflage von 2006cite-ref-99[99] fĂŒhrt als Lemma moin, moin!, Moin, Moin! und taxiert es als ânorddeutsche GruĂformelâ nebst Vermerk, dass oft auch nur moin oder Moin! geschrieben werde. Damit ist die Schreibung mit j nicht dudenkonform. Das Deutsche Universalwörterbuch des Dudenverlags fĂŒhrt in der 6. Auflage von 2007cite-ref-100[100] moin [moin]; Moin [Moin] als Lemma. Das verbindliche amtliche Verzeichnis von 2006 und die nicht mehr gĂŒltige Revision von 2011 enthalten das Wort moin nicht.cite-ref-101[101]
Um das Wort âMoinâ im deutschen Sprachgebrauch zu erhalten, hat der private Bremer Radiosender Energy Bremen eine Wortpatenschaft beim âVerein deutsche Spracheâ fĂŒr das Wort âMoinâ ĂŒbernommen. Die Morgenshow des Senders wurde im August 2006 in âMoin!â umbenannt. In Apenrade (Nordschleswig) ist der Privatsender Radio Mojn beheimatet, der ĂŒberwiegend auf DĂ€nisch sendet, aber auch deutschsprachige Programmteile ausstrahlt.
Moin.de ist ein Nachrichtenportal fĂŒr Norddeutschland und MoinMoin Wiki eine auf PikiPiki basierende freie Wiki-Software. Die FrĂŒhstĂŒckssendung des Internetsenders Rocket Beans TV heiĂt #MoinMoin. Der Spiele-Podcast Insert moin trĂ€gt moin im Titel als Anspielung auf die Aufforderung Insert coin an Ă€lteren Spielautomaten.cite-ref-102[102]
Moin Moin ist des Weiteren der Name eines im niederdeutschen Raum bekannten Liedes der Gruppe Godewind, das 1980 auf der gleichnamigen Platte erschien sowie der Name eines Albums von Klaus und Klaus aus dem Jahre 1995; Moin! heiĂt ein Song der Gruppe Wise Guys, Mojn eines des dĂ€nischen Rappers L:Ron:Haraldcite-ref-103[103] und MĂžjn heiĂt auch ein MusikstĂŒck des dĂ€nischen Filmmusikkomponisten Mikael Simpson.
Literarische Belege
Ăltere literarische Belege sind kaum bekannt. Wenn auch der sprachartistisch auf Mundarten und alte Sprachtraditionen zurĂŒckgreifende Arno Holz nicht als Beleg fĂŒr die Gemeinsprache herangezogen werden kann, zeigen doch seine Verwendungen die Sprachlust, die mit diesem Ausdruck in Verbindung gebracht werden kann. Hier eine Szene aus der Kritik am wilhelminischen Bildungsdrill im Traumulus:
LANDRAT in Pelz und Cylinder durch die TĂŒr rechts. Moin, meine Herren!
MOLLWEIN. Moin, Herr Landrat!
MAJOR. Moin!
GOLDBAUM. Guten Morgen!
SANITĂTSRAT. Mahlzeit!cite-ref-104[104]
Literatur
⹠Karen Margrethe Pedersen: Sprogbrug og sprogsyn hos flertal og mindretal i den dansk-tyske grÊnseregion. In: Nordisk Forening for Leksikografi og Forfatterne (Hrsg.): Nordiske Studier i Leksikografi. nr. 8, 2006, ISBN 87-7533-007-5, S. 321 ff., 327 ff. (dÀnisch) (nordisk-sprakrad.no (Memento vom 8. MÀrz 2012 im Internet Archive), PDF; 3,1 MB)
âą Karen Margrethe Pedersen: Mojn â moin. In: MĂ„l & MĂŠle. September 1997, S. 5 ff. (dĂ€nisch) (mĂ„logmĂŠle.dk, PDF)
âą Karl Prause: Deutsche GruĂformeln in neuhochdeutscher Zeit. Verlag M. & H. Marcus, Breslau 1930.
âą Anna Zollinger-Escher: Die GruĂformeln der deutschen Schweiz. Dissertation. C. A. Wagner Buchdruckerei, Freiburg i. Br. 1925.
âą Christoph Landolt: Moin â die Ostfriesen erobern die Schweiz. In: Schweizerischen Idiotikon (Hrsg.): Wortgeschichte. 28. April 2015 (idiotikon.ch/wortgeschichten).
Weblinks
Commons
: Moin
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: moin
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
âą Atlas zur deutschen Alltagssprache (Stand 2011)
âą Eintrag bei der Gesellschaft fĂŒr Schleswig-Holsteinische Geschichte
âą Was bedeutet âMoin, moinâ? (in Plattdeutsch)
âą âMoinâ oder âMojnâ?
Einzelnachweise und Anmerkungen
cite-note-11. â GemÀà einer Erhebung von 2011 ist der Gruà «beim Betreten eines GeschĂ€fts am Nachmittag» verbreitet in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg und kommt punktuell auch in Mecklenburg-Vorpommern vor; siehe Atlas zur deutschen Alltagssprache.
cite-note-33. â im Deutschen Nordschleswigs neben mojn auch Moin, im SĂŒdjĂŒtischen dort neben Mojn auch MĂžjn (veraltet auch: mĂ„jn) geschrieben.
cite-note-44. â MoiĂ«n ist nach dem Luxemburger Wörterbuch, Band III, hrsg. von der Wörterbuchkommission der GroĂherzoglichen Luxemburgischen Regierung, P. Linden, Luxemburg 1965â1970 eine andere Schreibweise von Moin engelmann.uni.lu; Moien-Schreibweise ebenfalls ĂŒblich
cite-note-55. â Moin! - Living in OWL. 14. April 2018, abgerufen am 13. Februar 2025.
cite-note-66. â Anna Zollinger-Escher: Die GruĂformeln der deutschen Schweiz. C. A. Wagner Buchdruckerei, Freiburg i. Br. 1925.
cite-note-77. â Nach der Studie Linguistic Politeness and greetings rituals in German-speaking Switzerland der Londoner Professorin Felicity Rash aus dem Jahre 2004 soll der Gebrauch von Moin in der Schweiz wieder zunehmen, insbesondere unter jungen Leuten als GruĂ unter Kollegen und in E-Mails (Text)
cite-note-88. â BĂ«lĂŽk â czĂŽrno na biĂŽĆim
cite-note-mojn-pomorsko-24-czerwca-99. â MĂČjn PĂČmĂČrskĂŽ! â 24 czerwca (Memento vom 24. Juni 2016 im Internet Archive), Radio KaszĂ«bĂ«, abgerufen am 11. Dezember 2024.
cite-note-1010. â siehe Eintrag bei muemmel.net, siehe auch Hinweis auf der Diskussionsseite zu diesem Artikel
cite-note-1111. â Moin zu jeder Tageszeit; abgerufen am 11. Juli 2009.
cite-note-1212. â Kurt Tucholsky in Der PreuĂenhimmel (1920) und Herrn Wendriners Jahr fĂ€ngt gut an (unter Pseudonym 1926)
cite-note-1313. â Mojn wird in Nordschleswig auch im Deutschen (deutsche Minderheit) verwendet
cite-note-1414. â in Ottjen Alldag 1914 (books.google.de)
cite-note-1515. â Otto Mensing: Schleswig-Holsteinisches Wörterbuch. Band 3, Wachholtz-Verlag, NeumĂŒnster, (1931)
cite-note-1616. â Otto Ernst (Schmidt) u. a. in: A Comedy (1904) (books.google.de), Die Kunstreise nach HĂŒmpeldorf (1905), TartĂŒff der Patriot (1909) hier, Die gröĂte SĂŒnde (1895) hier.
cite-note-1717. â in: Minschen bi Hamborg rĂŒm (1919) hier
cite-note-1919. â Hochdeutsch, Niederdeutsch, DĂ€nisch (inkl. SĂžnderjysk, Sydslesvigdansk), Nordfriesisch, Petuh.
cite-note-2020. â ein Beispiel fĂŒr eine regionale Konvention siehe unter Alexander Foken (der Autor stammt aus Wilhelmshaven)
cite-note-2121. â JĂŒrgen Byl: Moin! Die lange ErklĂ€rung eines kurzen GruĂes. In: Ostfriesland â Zeitschrift fĂŒr Kultur, Wirtschaft und Verkehr, 1982, Heft 2, S. 32â37. JĂŒrgen Byl: Nochmals: "Moin-moin!". Der OstfriesengruĂ greift weiter um sich. In: Ostfriesland â Zeitschrift fĂŒr Kultur, Wirtschaft und Verkehr, Aurich, Ostfriesische Landschaft 1989, Heft 1, S. 10â19 und Heft 3 S. 32. Wiederabgedruckt in JĂŒrgen Byl: Sprachbetrachtungen. Diesel Verlag, Emden 1991.
cite-note-2222. â unter anderem in Hein Godenwind de Admirol von Moskitonien (1911) unter anderem hier, Hamborger Janmooten (1913), Seefahrt ist not! (1913)
cite-note-2323. â projekt-gutenberg.org
cite-note-2424. â Arno Holz, Oskar Jerschke: Traumulus. Erstausgabe 1905, zitiert nach Digitale Bibliothek Band 95: Deutsche Dramen von Hans Sachs bis Arthur Schnitzler, S. 28929.
cite-note-2525. â erschienen bei J. Sassenbach (books.google.de)
cite-note-2626. â Joh[ann] Mich[ael] Ranke (= Heinrich Bösking), De LĂŒde vonân Diek. Bremen, Rolandverlag, 1908. Zum Autor: Bernhard Sowinski: Lexikon deutschsprachiger Mundartautoren. Hildesheim, Olms, 1997, S. 53.
cite-note-2727. â Karl Prause: Deutsche GruĂformeln in neuhochdeutscher Zeit. Verlag M. & H. Marcus, Breslau 1930, S. 12 unter Berufung auf Theodor Siebs: Helgoland und seine Sprache. BeitrĂ€ge zur Volks- und Sprachkunde, Cuxhaven/Helgoland 1909, S. 54 und 255
cite-note-region-s-nderjylland-schleswig-2828. â Sprache: Mojn nördlich der Grenze. Region SĂžnderjylland - Schleswig, abgerufen am 10. Januar 2015.
cite-note-2929. â Karen Margrethe Pedersen: Mojn â moin. In: MĂ„l & MĂŠle. September 1997, S. 5 mĂ„logmĂŠle.dk (PDF).
cite-note-3030. â Anmerkung: Nach Werner Junge, unter Berufung auf JĂŒrgen Byl, s. o., ist der GruĂ in den Norden Schleswig-Holsteins hingegen aus Ostfriesland importiert worden.Schleswig-Holstein von A bis Z â Moin (Memento vom 26. September 2007 im Internet Archive), abgerufen am 11. Dezember 2024.
cite-note-3131. â Karen Margrethe Pedersen: Mojn â moin. In: MĂ„l & MĂŠle. September 1997, S. 5 nach einem Zeitzeugenbericht (dĂ€nisch) mĂ„logmĂŠle.dk (PDF).
cite-note-3232. â Peter Dragsbo, Inge Adriansen, Kirsten Clausen, Hans Helmer Kristensen und Torben Vestergaard: I centrum ved grĂŠnsen â portrĂŠt af SĂžnderborg Kommune. Hrsg.: Museet pĂ„ SĂžnderborg Slot & Historisk Samfund for Als og Sundeved (= Fra Als og Sundeved. Band 84). SĂžnderborg 2006, ISBN 87-87153-52-1, E sproch â dansk og tysk, alsisk og sundevedsk, S. 128â131 (dĂ€nisch).
cite-note-3333. â Anna Zollinger-Escher: Die GruĂformeln der deutschen Schweiz. C. A. Wagner Buchdruckerei, Freiburg i. B. 1925, S. 43.
cite-note-3434. â Benedikt Horn: Dialekte rund um Thuner- und Brienzersee (PDF; 12 MB) S. 208 (PDF; 260 kB); siehe auch EintrĂ€ge auf flightforum.ch und cosmiq.de
cite-note-3535. â Zeitschrift fĂŒr Volkskunde 1 (1891), S. 56.
cite-note-3636. â Ernst Tappolet: Die romanischen Verwandtschaftsnamen: mit besonderer BerĂŒcksichtigung der französischen und italienischen Mundarten; ein Beitrag zur vergleichenden Lexikologie. Verlag Karl J. TrĂŒbner, 1895, S. 30.
cite-note-3737. â Georg von der Gabelentz: Die Sprachwissenschaft. Verlag T. O. Weigel Nachfolger, 1891, S. 411.
cite-note-3838. â Hugo Ernst Mario Schuchardt: Ăber die Lautgesetze: Gegen die Junggrammatiker. Oppenheim, 1885, S. 26.
cite-note-3939. â In Nordisk tidsskrift for filologi. 1887, S. 224 (books.google.de); Kristoffer Nyrop: Adjektivernes kĂžnsbĂžjning i de romanske sprog: med en indledning om lydlov og analogi. Verlag C. A. Reitzels, 1886, S. 20.
cite-note-4040. â B. Sonntag: Eine zweischneidige Tugend. In: Die Gartenlaube. Heft 20, 1889, S. 330 (Volltext [Wikisource]).
cite-note-4141. â abgekĂŒrzter GruĂ âguten Morgenâ deshalb, weil der GruĂ âGuten Morgenâ selbst eine VerkĂŒrzung aus âGott gebe euch einen guten Morgenâ ist. Ref: Morgen. â Abschnitt: 5). In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm (Hrsg.): Deutsches Wörterbuch. Band 12: L, M â (VI). S. Hirzel, Leipzig 1885, Sp. 2562 (woerterbuchnetz.de).
cite-note-4242. â Wortkarg ist auch der AmmerlĂ€nder in seinen BegrĂŒĂungen; statt âGuten Tag!â sagt er nur âDag!â statt âGuten Morgen!â â âMoin,â statt âGuten Abend!â â âân Abend!â; Franz Poppe: Zwischen Ems und Weser: Land und Leute in Oldenburg und Ostfriesland. Schulzesche Hof-Buchhandlung und Hof-Druckerei, Oldenburg, Leipzig 1888, S. 66.
cite-note-4343. â Br. v. Braunthal: Berliner Conversation, in den AkademiesĂ€len. In: Berliner Conversations-Blatt fĂŒr Poesie, Literatur und Kritik. 14. Oktober 1828 books.google.de (bei dem Verfasser könnte es sich um Karl Johann Braun von Braunthal handeln, der sich auch in Berlin aufhielt und dort seit 1829 lebte (books.google.de))
cite-note-eckardt-4444. â Guido Eckardt: Wie man in Riga spricht. Eine Plauderei In: Baltische Monatsschrift, Bd. 58 (1904), S. 45â80, hier S. 49. Auch als Sonderdruck, 2. Aufl. Riga 1904, S. 5.
cite-note-4545. â Karl Prause: Deutsche GruĂformeln in neuhochdeutscher Zeit. Verlag M. & H. Marcus, Breslau 1930, S. 14 (books.google.de)
cite-note-4646. â Im Roman von Hans Dieter Baroth: Aber des waren schöne Zeiten von 1978 heiĂt es auf S. 48: Moin ist die westfĂ€lische Art von guten Morgen. (books.google.de)
cite-note-4747. â Moin wird lĂ€ngst nicht mehr nur in Norddeutschland verstanden. In: Hamburger Abendblatt; abgerufen am 11. Juli 2009.
cite-note-4848. â âMoinâ ist bis in den SĂŒden verbreitet. (Memento vom 30. November 2016 im Internet Archive) In: Die Welt. 14. August 2004.
cite-note-4949. â mĆi. In: NiedersĂ€chsisches Wörterbuch. Band VIII Spalte 782â787
cite-note-5050. â Laut Johannes SaĂ: Kleines plattdeutsches Wörterbuch. 8. Ausgabe. Verlag der Fehrs-Gilde, Hamburg 1977, S. 51 bedeutet moi, moje âangenehmâ.
cite-note-5151. â Im ostfriesischen Platt bedeutet moi auch âmĂŒdeâ botschaft.ealafryafresena.de; dieses hat allerdings eine andere Etymologie.
cite-note-5252. â duden.de
cite-note-5353. â Andere Quellen wie z. B. Walter KrĂ€mer/Götz Trenkler: Lexikon der populĂ€ren IrrtĂŒmer. 500 kapitale MissverstĂ€ndnisse, Vorurteile und Denkfehler von Abendrot bis Zeppelin. Eichborn-Verlag, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-8218-0479-3 bezeichnen diese Herleitung hingegen als Volksetymologie.
cite-note-5454. â Untersuchung von JĂŒrgen Eichhoff (JĂŒrgen Eichhoff: Wortatlas der deutschen Umgangssprachen. Band I/II. Francke, Bern 1977/78) zitiert in: Volodymyr Kalinkin: Konstrastive Analyse der Verwendung von BegrĂŒĂungs- und Abschiedsformeln im Deutschen und im Ukrainischen. Magisterarbeit 2007 an der UniversitĂ€t Duisburg-Essen, S. 24, GRIN Verlag Norderstedt, ISBN 978-3-638-92888-5; zitiert ebenfalls in: WacĆaw Miodek, Die BegrĂŒĂungs- und Abschiedsformeln im Deutschen und im Polnischen. Julius Groos Verlag, Heidelberg 1994, S. 57 (books.google.de). Nach dem Atlas zur deutschen Alltagssprache der UniversitĂ€t Augsburg (Stand: 2011) hat sich das Gebiet inzwischen etwas ausgedehnt (vor allem innerhalb Schleswig-Holsteins) und es gibt auch Streubelege aus anderen Regionen wie Ost-Niedersachsen, SĂŒd-Hessen und SĂŒd-Sachsen atlas-alltagssprache.de
cite-note-5555. â Luxemburger Wörterbuch. Band III (s. o.) von 1965 bis 1970.
cite-note-5656. â mĆi Bed. 2. In: NiedersĂ€chsisches Wörterbuch. Band VIII, Spalte 784.
cite-note-5757. â Christoph Landolt: Moin â die Ostfriesen erobern die Schweiz. In: Wortgeschichte. 28. April 2015, herausgegeben vom Schweizerischen Idiotikon.
cite-note-5858. â NiedersĂ€chsisches Wörterbuch, Band VIII, Spalte 787/88, Karte âschönâ
cite-note-5959. â JĂŒrgen Byl: Moin! Die lange ErklĂ€rung eines kurzen GruĂes. In: Ostfriesland. â Zeitschrift fĂŒr Kultur, Wirtschaft und Verkehr, 1982, Heft 2, S. 32â37.
cite-note-morn-6060. â Morn fĂŒr Morgen kommt allerdings auch in den oberdeutschen Dialekten vor, siehe bereits morn. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm (Hrsg.): Deutsches Wörterbuch. Band 12: L, M â (VI). S. Hirzel, Leipzig 1885, Sp. 2588â2589 (woerterbuchnetz.de).
cite-note-6161. â Im Englischen (fĂŒr âMorgen, DĂ€mmerung, Tagesanbruchâ thesaurus.com); Alt-Mittelenglischen (morn(e) fĂŒr Morgen dictionary.reference.com).
cite-note-6262. â Unter anderen: Horst Fuhrmann: Ăberall ist Mittelalter: Von der Gegenwart einer vergangenen Zeit. 3. Auflage. C. H. Beck, MĂŒnchen 2010, S. 37 (books.google.de); WacĆaw Miodek: Die BegrĂŒĂungs- und Abschiedsformeln im Deutschen und im Polnischen. Julius Groos Verlag, Heidelberg 1994 (books.google.de) Karl Prause: Deutsche GruĂformeln in neuhochdeutscher Zeit. Verlag M. & H. Marcus, Breslau 1930, S. 10 (books.google.de) Carola Otterstedt: Abschied im Alltag. GruĂformen und Abschiedsgestaltung im interkulturellen Vergleich. Iudicum Verlag, MĂŒnchen 1993, S. 130 (books.google.de)
cite-note-6363. â Der ersten Auflage 6. Nachdruck: Klett 1997, S. 542 (eigenes Lemma). Auch in Band 36 der Digitalen Bibliothek. Berlin 2004.
cite-note-6464. â Paul Geiger, Richard WeiĂ: Atlas der schweizerischen Volkskunde. Schweizerische Gesellschaft fĂŒr Volkskunde, 1951, S. 7 (online)
cite-note-6565. â nicht völlig konform dazu die UniversitĂ€t Basel, die 1910 eine âmitteldeutsche Aussprechweiseâ (aus: morjen) als Ausgangspunkt der Basler Studentensprache jener Zeit attestierte â UniversitĂ€t Basel: Basler Studentensprache:Eine JubilĂ€umsgabe fĂŒr die Universitaáș Basel dargebracht vom Deutschen Seminar in Basel. Georg & Company, 1910.
cite-note-6767. â Region SĂžnderjylland-Schleswig
cite-note-6868. â Siehe Eintrag bei muemmel.net, siehe auch Hinweis auf der Diskussionsseite zu diesem Artikel
cite-note-6969. â Benedikt Horn: Dialekte rund um Thuner- und Brienzersee (PDF; 12 MB) S. 191 (PDF; 260 kB); siehe auch EintrĂ€ge auf flightforum.ch und cosmiq.de
cite-note-7070. â Benedikt Horn, s. o., S. 208.
cite-note-7171. â Warum sagen in Luxemburg eigentlich alle «Moien»? In: Lâessential. 11. Juni 2018; lessentiel.lu
cite-note-7272. â Luxemburger Wörterbuch, Band II, Wörterbuchkommission der GroĂherzoglichen Luxemburgischen Regierung, P. Linden, Luxemburg 1955â1962.
cite-note-7373. â books.google.de
cite-note-7474. â Willy Lademann: Wörterbuch der Teltower Volkssprache (Telschet Wöderbuek). Akademie-Verlag, Berlin 1956.
cite-note-7575. â GruĂ und GruĂerwiderung sind nicht immer identisch, wie hier im Text das Beispiel der Insel Sylt von 1898 belegt; siehe Abschnitt gun Moign
cite-note-7676. â das hochdeutsche aber - als Beispiel - kommt im Plattdeutschen Schleswig-Holsteins u. a. als aber, awer, awers, awersen und (bei MittelteilverkĂŒrzung) aaĂen vor, Ref.: Otto Mensing: Schleswig-Holsteinisches Wörterbuch, Band I (1925), Spalte 20
cite-note-7777. â Oscar Eckhardt: Moi! und Moinz! â Wie man sich in Chur begrĂŒsst und verabschiedet hier (PDF)
cite-note-7878. â Karl Prause: Deutsche GruĂformeln in neuhochdeutscher Zeit. Verlag M. & H. Marcus, Breslau 1930, S. 12 unter Berufung auf Theodor Siebs, Erich Johannsen: Sylter Lustspiele. Julius Abel Verlag, Greifswald 1898, S. 199 (Anhang: Kurzgefasstes Sylter Wörterbuch)
cite-note-7979. â nach Karl Prause gab es recht unterschiedliche MorgengruĂformeln im norddeutschen Raum, z. B. komounto! (Rostocker Raum), Na heft ji de Froköst al ut? (Probstei), goen onern! (OsnabrĂŒcker Raum, 1756)
cite-note-8080. â plattmaster.de
cite-note-8181. â thesaurus.com
cite-note-8282. â dictionary.reference.com
cite-note-8383. â deutsch: Moin - wir sehen uns in Sonderburg (wieder); diesen Slogan ĂŒbernahm auch eine Sonderburger Brauerei
cite-note-8484. â Karen Margrethe Pedersen: Mojn â moin. In: MĂ„l & MĂŠle. September 1997, S. 7 (dĂ€nisch) mĂ„logmĂŠle.dk (PDF).
cite-note-8585. â dengang.dk, Artikel vom 25. April 2011
cite-note-8686. â Ein Kopenhagener Handballclub wurde nach dem GruĂ in SG Mojn KĂžbenhavn umbenannt
cite-note-8787. â region.de
cite-note-8888. â Mikko Bentlin: Niederdeutsch-finnische Sprachkontakte: der lexikalische Einfluss des Niederdeutschen auf die finnische Sprache wĂ€hrend des Mittelalters und der frĂŒhen Neuzeit. Dissertation an der UniversitĂ€t Greifswald, Suomalais-Ugrilainen Seura, Helsinki 2008.
cite-note-8989. â siehe auch: Asger Albjerg: HEJ! DAV! MOJN! MOIN! ELLER MĂJN! (online)
cite-note-9090. â In den Niederlanden gibt es 350.000 Sprecher des Westfriesischen und 1,5 Millionen des Niederdeutschen (insofern liegen die nördlichen Niederlande nicht eindeutig auĂerhalb des deutschen Sprachraumes).
cite-note-9191. â Die neuere Bildungen sind lexikographisch noch nicht belegt. elektronische Woordenbank van de Nederlandse dialecten (eWND), Stichwörter Morgen, Moin.
cite-note-9292. â Siemon Reker: Goidag! Taalgids Groningen. Boekvorm Uitgevers, Assen 2005, ISBN 90-77548-17-3.
cite-note-9393. â Anna Brigadere: AkmenÌŠu sprostÄ, 1960 S. 18.
cite-note-9494. â Karl Prause: Deutsche GruĂformeln in neuhochdeutscher Zeit. Verlag M. & H. Marcus, Breslau 1930, S. 14 (books.google.de)
cite-note-9595. â BĂ«lĂŽk â czĂŽrno na biĂŽĆim
cite-note-9696. â Der GruĂ der Friesen breitet sich selbst im SĂŒden aus, 26. Oktober 2001; abgerufen am 19. November 2016.
cite-note-9797. â Microsoft nimmt âMoinâ in den Office-Wortschatz auf abgerufen am 11. Juli 2009.
cite-note-9999. â S. 699 linke Spalte
cite-note-100100. â S. 1160, Spalte 3
cite-note-101101. â das Regelwerk zum Download
cite-note-102102. â insertmoin.de
cite-note-103103. â open.spotify.com
cite-note-104104. â Traumulus. Eine tragische Komödie in 5 Akten, von Arno Holz und Oskar Jerschke, Erstausgabe 1905, zitiert nach Digitale Bibliothek Band 95: Deutsche Dramen von Hans Sachs bis Arthur Schnitzler, S. 28929. Weitere Belege finden sich in Holzens Sozialaristokraten.